Samstag, 26. Oktober 2019

Waldspaziergang

Diese Woche hat mich das milde Wetter aus dem Haus gelockt.
Ich musste zum Briefkasten und da auch unser Wald ganz in der Nähe ist, hab ich mir gedacht - ich nehm meine Kamera mit und geh mal eine Runde in den Wald.

Also bin ich einen Weg gegangen, den ich zuletzt vor über 25 Jahren gegangen bein. Damals hab ich noch zu Hause gewohnt und hatte einen Hund mit dem ich unterwegs war.
 Jetzt ist ja auch die Zeit der Pilze und das warme und dann nasse Wetter lässt sie regelrecht aus der Erde schießen. Aber ich sag es vorweg - ich hab keine mitgenommen.
Zum einen hatte ich kein Körbchen dabei, wollte ja nur ein bisschen spazieren gehen.
Zum anderen sind auf diesem Weg den ich gegangen bin auch viel Hunde unterwegs.

Ein bisschen überrascht war ich, noch so viele grüne Blätter zu sehen.
Dieser Wurzelstock lag vor 25 Jahren schon - umgefallen nach einem Sturm, ist sein Wurzelwerk komplett mi Moos bedeckt.

Überall liegen abgebrochene Zweige, natürliche Forstung nennt man es glaube ich, wenn man der Natur seinen Lauf lässt. Sicherlich nicht immer schön anzuschauen, aber trotzdem hat es seinen Sinn.
Vor allem bietet es ja auch den Kleintieren Unterschlupf.
 Hier ging früher der Weg direkt gerade aus, jetzt haben die Farne ein bisschen den Weg vorgegeben. Dazu kommt, dass man einen Rundwanderweg um unseren Ort angelegt hat, der hier im Vordergrund ein wenig zu erkenne ist. Man nennt ihn den "Kerscheknabberweg" - ich kann es gar nicht richtig ins Hochdeutsch übersetzten. Kirschen haben etwas mit dem alten Dorf vor 100 Jahren zu tun. Da gab es eine Allee voller Kirschbäume, und weil man damals einfach so hingehen und sie essen, vernaschen und ernten konnte, hat sich dieser Begriff "Kerscheknabber" dann entwickelt und hält bis heute.
Die Alle gibt es aber nicht mehr.
 Ich bin dann weiter meines Wege - überall liegt laub und man kann seine Spuren hinterlassen. Am Ende des Weges geht es dann runter. Wir liegen ja etwas höher als unsere Stadt. Von hier aus kann man bis zur Stadt runterlaufen, das sind gut 3,5km.
 Diese alte Bank steh auch noch, und sieht sogar gut gepflegt und nicht verwildert aus. Wenn man auf ihr saß hatte man einen herrlichen Blick. Heute sieht man nicht mehr so viel und so weit, die Bäume versperren ein bisschen die Sicht. Ist aber auch OK. Man sollte deshalb keine guten und gesunden Bäume fällen.

 Entlang des Weges gibt es auch immer noch den Waldspielplatz,  der war von uns aus schnell zu erreichen. Und zu meinem erstaunen ist er auch relativ sauber und gepflegt. Sogar einen neuen Kletterbereich gibt es. Früher war es - was man jetzt links auf dem Bild sieht - nicht so mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen.  Dadurch haben sich dann manche Anwohner die genau an der Waldgrenze gewohnt haben, über die Lautstärke aufgeregt.
Heute ist der Platz zu den Häusern hin etwas mehr bewachsen.
 Auch im Nadelwaldbereich liegen viele abgestorbene Äste. Und auch hier lässt man der Natur ihren Lauf. Natürlich sind schöne Wälder etwas fürs Auge, aber ich sage mir auch - solange ich auf den Wegen gut spazieren gehen kann, soll die Natur ihren eigenen Weg gehen. Man darf nicht immer in die Natur eingreifen nur weil der Mensch meint es müsst so oder so sein.

Und dann hab ich doch tatsächlich noch ein Schafherde entdeckt. Früher standen auf diesem eingezäunten Wiesenstück auch schon Pferde, dann immer mal wieder Schafherden. Aber auch viele Jahre nichts mehr und man hat das ganze Stück ein bisschen verkommen lassen.
Wie sehr hab ich mich da gefreut wieder eine Herde zu entdecken.
Ihr Lieben, ich hoffe ich habe euch mit meinem kleinen Waldspaziergang nicht zu sehr gelangweilt. Aber ich habe den Morgen im Wald sehr genossen, auch wenn ich nur 1h unterwegs war, die Luft war herrlich, es war so schön ruhig, außer Vogelgezwitscher war nichts zu hören.
Kein Mensch außer mir unterwegs. Einfach herrlich.

Solche kleinen spontanen Auszeiten sollte man sich öfter gönnen.
Also geht raus in die Luft, in den Wald, an den See und genießt einfach ein bisschen Zeit mit Nichts tun.

Ganz liebe Grüße an euch,

eure Martina


Samstag, 19. Oktober 2019

Mit den Stricknadeln geklapptert

Der Herbst ist in diesem Jahr schon verrückt - so warme und milde Temperaturen Mitte Oktober,
ein Wechselspiel zwischen Regen und Sonne - wie im April.
Ich glaube man erkennt den Herbst auch nur daran, dass er das Laub in die tollsten Farben färbt. Herrlich bunt sieht es im Moment aus.
Bisher mussten wir dank der milden Temperaturen auch noch keine Heizung anschalten.
Und was macht man bei so wechselndem Wetter, wenn man nicht  groß raus kann?
Stricken.
Ich hab meine Stricknadeln kräftig arbeiten lassen.
Im Sommer hatte ich mir ja einen Bobbel vom Oppenheimer Wollfest mitgebracht, von dem sich meine Tochter ein Tuch wünschte. Ich habe auch ganz schnell eines gefunden und über die letzten Wochen immer wieder daran gestrickt.
Am Anfang geht es ja ganz schnell, aber dann - wenn so viele Maschen auf der Nadel sind - dann braucht man für ein paar Reihen schon einen ganzen Abend.

Aber hier erst einmal die Bilder.
Ich sricke das Tuch "Fische Frizzante" - eine Kaufanleitung über Ravelry.
 Lasst euch von den Farben auf den Bildern nicht irritieren, das obige ist schon ziemlich genau in den Farben.
Der erste Abschnitt sind lauter Blubberblasen

Dan kommen zwei Reihen Fische hinein. Und am Ende eine Lochmusterborte.

Eigentlich sollten die unteren Fische auch alle in die selbe Richtung schwimmen,
aber ich hab sie zueinander schwimmen lassen.
Und jeweils beim Mund der Fische habe ich ein paar Rocailles  eingearbeitet.

Hier seht ihr dann schon die Lochmusterkante.
Sie sollte in einer Linie gestrickt werden, aber ich hab jeweils in der Mitte angefangen
und mich nach außen hin weiter geschafft, so dass ich eine schöne Welle hinbekommen habe.
Und so sieht es dann fertig aus. Ein rießiges Tuch.


Hier noch mal ein Blick auf ein Drittel des Tuches.
Noch ist es nicht gespannt, aber es hat jetzt schon eine ordentliche Größe - breiter als meine Spannweite. Meine Tochter liebt es. Durch die unterschiedlichen Details und die kleinen silberschimmrnden Rocailles, ist es was ganz besonderes.
Tragefotos reiche ich euch noch nach - versprochen.


Gestern konnte ich im garten noch ein paar Bilder meiner Hortensien machen, und obwohl die einen Blüten sich schon sehr verabschieden, ist doch noch einmal eine neue dazugekommen.

Auch habe ich gleich noch die letzten Tomaten geerntet- zwar fast alle noch grün, aber das macht nichts. Ich stelle sie neben Äpfel, die bewirken nämlich das Reifen von umliegendem Obst und Gemüse, und so denke ich dass auch diese kleinen Tomaten bald wirklich reif und essbar sind.

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Zum Schluss habe ich wieder eine Buchempfehlung für euch.
Schon der Buchtitel hat mich sehr neugierig gemacht, und ich hab es mir gleich gekauft.
Und - es war die richtige Entscheidung.

Zum Buchinhalt:
Die Engländerin Cesca lebt in Rom und betreibt einen erfolgreichen Blog, der eine Hommage an die ewige Stadt und das Dolce Vita ist. Als sie Bekanntschaft mit ihrer Nachbarin, der berühmten Viscontessa Elena, sind dich beide sofort sympatisch und Cesca willigt sogar ein, ihre Memoiren zu verfassen.
Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr beschleicht Cesca das Gefühl, dass Elena etwas vor ihr verbirgt. Als auf einer Baustelle ein wertvoller Diamantring gefunden wird, der angeblich Elena gehört, stellt Cesca zusammen mit dem attraktiven Archäologen Nico Nachforschungen an - und fördert tragische Geheimnisse zu Tage.

Ein tolles Buch für jeden der solche Geheimnisse aufdecken will. Ich fand es sehr spannend.
Das Buch springt in der Geschichte immer wieder zwischen der Elena von heute und der Elena als jüngere Frau, und so bekommt man von ihrer Geschichte schon einiges mit.
Und je länger ich darin las, um so mehr wollte ich wissen, welche Geheimnisse Elena zu verbergen hat. Was hat es mit dem Ring auf sich, der in den verschütteten Gängen unter dem Palazzo gefunden wurde, und der eigentlich in einem Safe in der Schweiz liegen sollte.
Sehr gut zu lesen, sehr gut geschrieben.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende,

eure Martina